Jerry Zeniuk, amerikanischer Maler, 1945 geboren in Bradowick bei Lüneburg, Deutschland.
1950 übersiedelt die Familie in die Vereinigten Staaten und, nach einem Universitätsstudium in Boulder zieht Jerry Zeniuk 1969 nach New York, um in der Kunstmetropole zu leben und zu malen. Die Ernennung zum Professor für Malerei durch die Akademie der Bildenden Künste in München bringt eine weitere und schwerwiegende Zäsur, die es notwendig macht, ab 1992 in Deutschland Wohnsitz zu nehmen. Doch gibt es einige gute Gründe die diesen Schritt rechtfertigen. Dass ein Maler seine Einsichten, sein Wissen und seine Erfahrungen jüngeren Menschen zeigen kann hat sich als tragkräftige Motivation bewährt.
2011 zieht der Künstler, nach dem Rücktritt von seiner Lehrtätigkeit, in ein neues, grosses Atelier, immer in München, der Stadt also, die nur bedingt als seine Wahlheimat bezeichnet werden kann. Jedenfalls war und ist die Arbeitsstätte - Licht und Raum - für den Maler jener Ort, wo weitere solche Fragen sich erübrigen.
1977 beginnt die Zusammenarbeit mit der Annemarie Verna Galerie. Eine Ausstellung beinahe monochromer Malereien, braun, beige, präsentiert die Farbe als verhüllte Potentialität. Im selben Jahr sind Bilder des Malers an der Documenta 6 in Kassel zu sehen. Malerei, die den Prozess und die Bedingungen ihres Entstehens zeigt, sowie die Farbe und den Bildträger zum Anlass des Werkes und zu dessen Rechtfertigung erhebt, fungiert seit anfangs der 70er Jahre als Möglichkeit eines Wiedereintritts des Mediums in den Kunstdiskurs.
Jerry Zeniuk will mehr, er will Bilder malen, die nicht einen selbstbezüglichen, theoretisch fundierten Zirkelschluss abbilden. Gewiss, die Tätigkeit des Malers und die Reflexion seines Dialogs mit dem Material lassen das Bild erst zu sich selbst kommen. Doch für Jerry Zeniuk darf dies nicht zu Reduktion und Programm führen, also zu beinahe determinierten Ergebnissen. Die Farbe ist ihm Leitmotiv und stimulierender Energieträger. Immer mehr öffnen sich die Bilder nach 1980 zur Farbe und zur Farbigkeit hin. Während einigen Jahren entstehen Malereien, die eine fein verwobene Bildstruktur aufweisen. Eine Hell/Dunkel Thematik verändert in der Folge zunächst eher leise, später auf dramatische Weise die vorher gleichsam Ton in Ton abgeschatteten Bildflächen. Der Farbauftrag wird heftiger, zersplittert wirken die Formteile, die das Bildgeviert besetzen und meistens ist es das Spachtelmesser, das nun der Farbmaterie eine aktive Präsenz verleiht. Kompositorische Elemente, kaum kalkuliert, eher spontanes Ergebnis des Bildtumults charakterisieren die Findungen auf einprägsame Weise.
Seit einigen Jahren nun dominiert eine lockere, grosszügige Bildordnung, die eine Interaktion von zumeist runden Bildzellen ermöglicht. Es ist dies die produktive Vorgabe, um das Bildfeld dem Wechselspiel der Setzungen gemäss anzulegen. Was alles in diesen Werken geschieht und wo sich ganz Besonderes abspielt, dem muss der Betrachter sich durch seinen visuellen Eintritt in das Werk, mit dem er sich konfrontiert findet, nähern. Das Bild erschliesst sich also keineswegs als Ganzes auf einen Blick. Erst durch den Vorgang des Sehens, der das Bildgeschehen gleichsam ertastet und einen längeren Zeitrahmen beansprucht, eröffnen sich dem Betrachter die Vielfalt der Farbmomente und die Vibration der Zwischen-Räume.
Unsere Retrospektive umfasst Werke von 1977 bis 2011. Sie belegt den Reichtum und die Lebenskraft dieser Malerei, die einzig sich selbst genügen will.
Am Sonntag, dem 30.Oktober 2011 um 14.30 Uhr findet in der Galerie ein Gespräch über Malerei mit Jerry Zeniuk statt.

Installation view Raum 4

Installation view Raum 4

Installation view Raum 1

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 3

Installation view Raum 3

Installation view Raum 3

Installation view Raum 4

Installation view Büroraum

Installation view Büroraum

Installation view Büroraum

Installation view Büroraum

Untitled
1999
31 x 28 cm
Oil on canvas

Untitled
2006
40 x 40 cm
Oil on canvas

Untitled (for Nr. 61)
1976
81 x 76 cm
Oil and wax on canvas

Untitled
2011
60 x 60 cm
Oil on canvas

Untitled
2009
40 x 40 cm
Oil on canvas

Untitled (Nr. 115) NYC
1987/88
170 x 193 cm
Oel auf Leinwand

Untitled (Nr. 115) NYC
1987/88
170 x 193 cm
Oel auf Leinwand

Untitled (Nr. 65) Berlin
1977
160 x 152 cm
Oel und Wachs auf Leinwand

Untitled (Nr. 65) Berlin
1977
160 x 152 cm
Oel und Wachs auf Leinwand

Untitled (Nr. 208) NYC
1998
160 x 152 cm
Oel auf Leinwand

Untitled Nr. 247
2002
160 x 152 cm
oil on canvas

Untitled (Nr. 184)
1995
170 x 193 cm
Oel auf Leinwand

Untitled Nr. 212
1998
170 x 193 cm
oil on canvas

Untitled (Nr. 301)
2008
160 x 160 cm
Oel auf Leinwand

Untitled (Nr. 259)
2003
170 x 193 cm
Oel auf Leinwand

Untitled (Nr. 300)
2008
180 x 180 cm
Oel auf Leinwand

Untitled (Nr. 300)
2008
180 x 180 cm
Oel auf Leinwand

Untitled (Nr. 313)
2011
170 x 170 cm
Oel auf Leinwand

Untitled (Nr. 313)
2011
170 x 170 cm
Oel auf Leinwand
James Bishop
Paintings and Paintings on Paper
16. April bis 19. Juni 2026
Richard Tuttle
Complete Interviews 1970–2022
Editiert und mit einem einführenden Interview von Dieter Schwarz
Glen Rubsamen
The Petrified Forest
Herausgeber: Glen Rubsamen
INSIGHT – ARTWORKS IN THE SPOTLIGHT #2 , Malereien auf Papier von James Bishop präseniert vier ausgewählte Papierarbeiten von James Bishop. Entstanden zwischen 1956 und ca. 1993, geben sie einen gültigen Einblick in ein künstlerisches Werk, das geprägt ist durch das Insistieren auf der Malerei.
Antonio Calderara Riti di passaggio. Dalla figurazione all'arte concreta, Fondazione Marcello Morandini, Varese, bis 26. April 2026
Donald Judd, Judd|Marfa, The Watari Museum of Contemporary Art, Tokyo, bis 7. Juni 2026
Rita McBride, Five Centuries of Works on Paper: The Grunwald Centre at 70, Hammer Museum, Los Angeles, bis 17. Mai 2026
Abstract Constructions, Nassos Daphnis - Rita McBride, Fondation CAB, Saint-Paul-de-Vence, FR, bis 25. Oktober 2026
Richard Tuttle | Giulio Paolini | Marisa Merz | Mario Merz
Long Story Short, Museum Brandhorst, München, bis Januar 2027
Fred Sandback Cuts into Spaces (group show), Hall Art Foundation, Kunstmuseum Schloss Derneburg, ongoing
Sculpture, Chinati Foundation, Marfa, 12. Oktober 2025 bis Juli 2026
Sol LeWitt (1928–2007)
A Wall Drawing Retrospective
Yale University Art Gallery and Williams College Museum of Art
16. November 2008 – 2033