50 Jahre / Galeriebrief 2/2019

4. Mai bis 6. Juli 2019

Donald Judd (1928 – 1994)

Eine erste Ausstellung der Galerie Verna mit Donald Judd fand vom 18. Dezember 1973 bis zum 21. Februar 1974 statt. Es folgte eine gewichtige und intensive Verbindung zwischen dem Künstler und der Galerie, die bis 1994 andauerte.

Von 1984 bis 1987 entstand in der Schweiz eine neue, zunächst völlig ungewohnte Werkgruppe, welche von der Lehni AG in Dübendorf bei Zürich angefertigt wurde. Von 1986 bis 1994 kam eine zweite Produktionsstätte dazu im Kanton Aargau in der Zentralschweiz. Es war dies die Aluminium AG Menziken.

Diese Fabrikationsmöglichkeiten bei Industriebetrieben konnte die Galerie mit der Unterstützung des Künstlers und Produktegestalters Andreas Christen (1936 – 2006) eruieren und vermitteln.

Donald Judd schätzte die präzise und professionelle Fabrikationsweise, die ihm zu Diensten stand. Es waren jeweils einige hochqualifizierte Facharbeiter, die sich mit seinen Objekten beschäftigten und technische Ratschläge waren ihm immer willkommen. Es entsprach seiner Idealvorstellung, dass die Produktionsstätte der Werke die Extension des Studios des zeit-genössischen Künstlers ist.

In den innovativen sechziger Jahren hat Donald Judd eine radikale Entscheidung getroffen. Die Produktionsweise von Kunstwerken sollte das romantische Modell des Atelierkünstlers hinter sich lassen und sich derjenigen von Gegenständen des Alltags annähern. Das Schaffen von Kunst sollte nicht länger das Resultat und somit ein Zeugnis der Handarbeit des Künstlers sein. Dass eine persönliche Handschrift des Künstlers die Qualität des Werkes verbürgen würde erschien ihm sentimental und unzutreffend.

Die Erfindung des Werkes erfolgte auf Grund eines Prozesses, der intellektuelle Klarheit und die reflektierte Durchdringung des schöpferischen Vorgangs voraussetzte. Die bewussten Entschei-dungen und notwendigen Setzungen des Künstlers ermöglichten somit das Gelingen des Werkes. Diese Emanzipation des modernen Künstlers von einer übermächtigen Vergangenheit war für ihn eine Bedingung für eine Modernisierung der bildenden Kunst.

Die Judd Ausstellung, die wir in den nächsten Wochen in unseren Räumen präsentieren können, bildet den Schwerpunkt unseres Kunstjahres 2019. Wir freuen uns, mit dieser Schau auf die fünfzig Jahre Aktivität der Annemarie Verna Galerie hinweisen zu können.

Wir danken Ellie Meyer und Flavin Judd von der Judd Foundation für die Unterstützung und Förderung unseres Projektes.

Ausstellungen

Art Basel, 12. bis 16. Juni 2019
Halle 2.0 Stand A9

Sol LeWitt (1928–2007)
A Wall Drawing Retrospective

Yale University Art Gallery and Williams College Museum of Art
16. November 2008 – 2033

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