Donald Judd Early Woodcuts Trial Proofs
Sol LeWitt Four Towers Structure
1973 fand die erste Einzelausstellung von Donald Judd (1928-1994) in der Galerie Verna statt und 1975 folgte eine erste Schau mit Sol LeWitt (1928-2007). Dies könnte den Anschein erwecken, als ob sich die Galerie damit durch ein klar definiertes künstlerisches Programm zu charakterisieren versuchte, als dessen überragende Exponenten die beiden Persönlichkeiten gesehen werden. Die Neigung, Dinge der Kunst unter Berücksichtigung augenfälliger Gegebenheiten einem passenden, plausiblen Stilbegriff zuzuschlagen, jeweils also unter dem Aspekt von Ähnlichkeit zusammenzufassen, verpasst den weit aufschlussreicheren Gesichtspunkt, jenen der signifikanten Unterschiede. Bei epochalen künstlerischen Leistungen sind es diese Unterschiede, die jeweils Vergleichbares voraussetzen und gerade aufgrund dieser Konstellation relevante und substantielle Einsichten und Ansichten gewähren. Gemeinsame Ideen und künstlerische Zielsetzungen, eine gleichgerichtete, als Notwendigkeit wahrgenommene Verpflichtung zur Innovation bedingt durch eine gegebene historische Gemengelage, bilden dazu die Basis. Eine wesentliche Voraussetzung um den damit verbundenen Errungenschaften gerecht zu werden, ist ein Kunstverständnis, das visueller Erkenntnis Eigenständigkeit und demgemäss einen hohen Stellenwert zugesteht.
In weicheren Epochen versucht alles sich von allem zu unterscheiden, mit dem fragwürdigen Erfolg, dass ausser dem kleinen Unterschied alles mehr oder weniger ein Gleiches bleibt. Eine metaphorische Einfärbung und Überhöhung all dieser Einzelfälle vermag daran auf die Dauer nichts zu ändern.
«You see, the thing about my work is that it is a given.» So äussert sich Don Judd 1971 in einem Interview. Die reale Präsenz dieses Gegebenen, Bekannten macht komplexe Setzungen, Erfindungen und Entscheidungen notwendig. Mit der ihm wichtigen Autorität des Künstlers manifestiert Don Judd diesen starken und prioritären Willen zur Anwesenheit.
Eine bestimmte Form von Abwesenheit ist für Sol LeWitt’s Strategie kennzeichnend. Das «Grid», die Gitter-Struktur vermag dieses Konzept recht präzise zu verbildlichen. Es ist dies der Verzicht auf ein abgeschlossenes, genau begrenztes Volumen und auf eine einheitliche Form zugunsten eines sich ausbreitenden und offenen Netzwerkes.
Mentalitätsgeschichtlich kann so eine exklusive einer inklusiven Vorstellung entgegengesetzt werden, ohne damit vorschnelle Ressentiments zu verbinden.
Die Ausstellung, die hier vorgestellt wird, zeigt auf exemplarische Weise die Wege, die Judd und LeWitt jeweils eingeschlagen haben und das Ziel, das sie so erreicht haben.
Von Donald Judd sind Zustandsdrucke zu folgenden, für sein Werk zentralen frühen Portfolios zu sehen: «Untitled 1961-63/1968-69 Set of twenty-six woodcuts in cadmium red» und «Untitled 1961-63/1969 Set of twelve woodcuts in cerulean blue». Sie belegen, wie sich der Künstler an eine endgültige Fassung der Drucke mittels Handabzügen herangetastet hat. Das unübliche und unkonventionelle Druckverfahren liess viele Möglichkeiten offen. Auch kleine Differenzen von Farbe, Textur, von verschiedenen Papieroberflächen wollte er sich vergegenwärtigen.
Das Werk von Sol LeWitt ist durch eine grosse Struktur «Four Towers» aus dem letzten Lebensjahr repräsentiert. Dazu gesellen sich eine Anzahl von «Working Drawings» sowie ausgewählte Gouachen. «Four Towers» ist ein kapitales und spektakuläres Werk, das als überragendes Vermächtnis gesehen werden darf.
18.11.2010 – 10.4.2011
Richard Tuttle, ‘Triumphs’,
Dublin City Gallery, Dublin
16. November 2008 – 2033
Sol LeWitt –
A Wall Drawing Retrospective
Yale University Art Gallery and Williams College Museum of Art
James Bishop / Richard Tuttle
9. September bis 6. November 2026
Richard Tuttle
Complete Interviews 1970–2022
Editiert und mit einem einführenden Interview von Dieter Schwarz
Glen Rubsamen
The Petrified Forest
Herausgeber: Glen Rubsamen
INSIGHT – ARTWORKS IN THE SPOTLIGHT #2 , Malereien auf Papier von James Bishop präseniert vier ausgewählte Papierarbeiten von James Bishop. Entstanden zwischen 1956 und ca. 1993, geben sie einen gültigen Einblick in ein künstlerisches Werk, das geprägt ist durch das Insistieren auf der Malerei.
Giulio Paolini A.R.S. Scaenica, Teatro Franco Parenti, Milan , permanente Installation
Giorgio Griffa Paths in the Forest, The Clark Art Institute, Williamstown (MA), bis 12. Oktober 2026
Agnes Martin Painting is not making paintings, Dia:Beacon, Dia Art Foundation, Beacon, long-term view
Rita McBride LO·CO·MO·TIV, two person show with Sophie Tottie, Lokstallet Konsthallen, Strömstad, bis 27. September 2026
Abstract Constructions, Nassos Daphnis - Rita McBride, Fondation CAB, Saint-Paul-de-Vence, FR, bis 25. Oktober 2026
Richard Tuttle | Giulio Paolini | Marisa Merz | Mario Merz
Long Story Short, Museum Brandhorst, München, bis Januar 2027
Marisa Merz La danza delle ore, Gallery of Modern and Contemporary Art (GAM), Turin; Fondazione Merz, Turin; Castello di Rivoli, Rivoli, 29. Oktober 2026 bis 4. April 2027
Fred Sandback Cuts into Spaces (group show), Hall Art Foundation, Kunstmuseum Schloss Derneburg, ongoing
Negativa, Metropol Kunstraum, München, 24. September bis 16. Dezember 2026
Richard Tuttle Almost Sky, mit Jun Aoki, Tokyo Opera City Art Gallery, Tokyo, 18. Juli bis 23. September 2026
Half-Light, Dia:Beacon, Dia Art Foundation, Beacon, long-term view
Sol LeWitt (1928–2007)
Open Structure, Amoreacific Museum of Art, Seoul, bis 28. Februar 2027
A Wall Drawing Retrospective, Yale University Art Gallery and Williams College Museum of Art, 16. November 2008 – 2033